#gleichrichtigmachen

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”Wahre Kosten” bei Penny Gerne mehr davon?!?

5. August 2023

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Full Flamingo

In der ersten Augustwoche 2023 hat Penny mit der Aktion „Wahre Kosten“ viel Aufmerksamkeit erregt und Diskussionen angestoßen. Für eine Woche wurden die Preise für 9 Produkte des Penny-Sortiments auf die wahren Kosten bzw. Preise angehoben und steigen damit teils deutlich an (je nach Produkt um bis zu 94%). Da diese Aktion in der Zielsetzung durchaus die eine oder andere Gemeinsamkeit zu Full Flamingo hat, knüpfen wir in diesem Artikel daran an.

Kurze, große mediale Aufmerksamkeit …

In aller Kürze: Die Aktion „Wahre Kosten“ hat mindestens ein Ziel voll erfüllt! Sie hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Lebensmittelpreise und externalisierte Kosten gelenkt, wie es zuvor noch nie der Fall war. Nahezu überall im Internet, Print oder Fernsehen – die Aktion hat es sogar in die Tagesschau geschafft – wurde die Aktion aufgegriffen und darüber berichtet, mit teils sehr kontroversen Meinungen.

Wir finden es super, dass dadurch ein sehr wichtiges Thema Aufmerksamkeit bekommt, das sonst eher nur in Nischendiskussionen auftaucht. Und wenn man genauer hinschaut, dann betrifft das Thema Wahre Preise nicht nur Lebensmittel, sondern eigentlich alles, was wir Menschen konsumieren!

… mit sehr kontroversen Meinungen …

Die parallel durchgeführten Meinungsumfragen in der Bevölkerung zeigen ein sehr heterogenes Meinungsbild, auch wenn sie nur einen kleinen Ausschnitt abbilden. Man kann nur hoffen, dass die Aktion nicht nur zu kurzfristigen hitzigen Diskussionen führen, sondern auch zu einem länger anhaltenden erhöhten Umweltbewusstsein führen. Wir wissen aber auch alle, dass die Halbwertszeit von Themen, die heftig durch die Presse gehen, oft äußerst kurz ist … und das wird diesem Thema absolut nicht gerecht.

Alle haben sofort eine Meinung zu der Aktion und meist ist diese recht eindimensional. In den allermeisten Berichterstattungen und Diskussion wird nicht auf das Big Picture geschaut, sondern ein Blickwinkel herausgegriffen. Das geht von „Bevormundung der Verbraucher“, „Sozial nicht tragbar“, „Eigentlich ok, aber ich kaufe lieber dann nächste Woche“, „Ausgerechnet Penny, die immer die Preise bei den Landwirten drücken“ bis hin zu „Pures Greenwashing“.

Obwohl die allermeisten Menschen zustimmen würden, dass die Gesamtsituation bezüglich Lebensmittelherstellung und Preisen suboptimal ist, gibt es massivsten Gegenwind, sobald irgendjemand (hier Penny) eine klare Position bezieht und sich aus der Deckung traut.

Gleichzeitig muss man ganz klar feststellen, dass alle Gruppen von Beteiligten (nicht immer unbedingt der einzelne) ihren Beitrag an der Situation haben, der aber nie isoliert betrachtet werden kann:

  • Die Bevölkerung, weil sie mit ihrem Kaufverhalten ihrer Zahlungsbereitschaft mitbestimmt, was angeboten wird
  • Die Lebensmittelhändler und Discounter, weil sie durch eine kontinuierliche Preisschlacht Kunden gewinnen möchten und damit Einkaufspreise drücken
  • Die Lebensmittelproduzenten, weil sie in der Historie zahlreiche Möglichkeiten der Effizienzsteigerung wahrgenommen haben und dadurch auch die externalisierten Kosten gesteigert haben
  • Der Staat, weil er durch Regulation und Subvention in den Gesamtkreislauf steuernd eingreift

Wie so oft haben sich alle über lange Zeit an den Status quo gewöhnt und diesen zu ändern ist unbequem, weil dies oft Nachteile mit sich bringt.

… für einen symbolischen ersten Schritt

Dass die Aktion ein symbolischer Schritt zur Anregung der Diskussion ist, zeigen deutlich die folgenden Zahlen und es wurde auch von Penny so positioniert:

  • 1 Discounter (mit immerhin vielen Filialen)
  • 9 von 3000 Produkten
  • 1 Woche
  • (Vermutlich) wenige Konsument:innen

Die wissenschaftliche Untermauerung und Begleitung der Aktion ist sehr zu begrüßen, dazu gibt es auch noch eine eigene Webseite „Wahre Preise“. Gleichzeitig zeigt sich beim Blick in die zugrundeliegenden Studien, dass eher noch konservativ gerechnet wurde und die wirklichen „wahren Kosten“ sehr wahrscheinlich noch höher liegen würden.

Egal wie groß die Aufregung und die Aufmerksamkeit ist, die Aktion von Penny ist nur ein symbolischer Schritt. Das Resultat liegt nicht im positiven Effekt auf Umwelt und Nachhaltigkeit sondern maximal in der Anregung der Diskussion und dass dann daraus mehr wird, weil andere Unternehmen und Menschen mitziehen.

Was eigentlich notwendig wäre …

Sehr passend und leider mal wieder viel zu früh im Jahr lag zur quasi gleichen Zeit am 02.08.2023 der Erdüberlastungstag / Earth Overshoot Day, ab dem die zur Verfügung stehenden Ressourcen für das Jahr eigentlich aufgebraucht sind. Ganz grob gesprochen ist nach etwas mehr als der Hälfte des Jahres schon alles an Ressourcen für das ganze Jahr aufgebraucht und die Menschen leben auf Kosten zukünftiger Generationen. Dass das nicht gut sein kann, sollte ja wirklich jedem klar sein, völlig egal wie man die Aktion von Penny beurteilt.

Das Zielbild ist auf abstrakter Ebene ziemlich offensichtlich. Statt einer Einmalaktion eines einzelnen Händlers bräuchte es eine drastische Änderung der Produktion und des Kaufverhaltens:

  • Alle Händler / Shops und Produzenten müssten sich beteiligen
  • Alle Produkte müssten abgedeckt sein
  • Die Änderung müsste für immer gelten
  • Alle Konsument:innen müssten sich beteiligen

… und erst mal nicht passieren wird

Man kann sich den Aufschrei und das Drama förmlich vorstellen, wenn man daran denkt, dies zu fordern und umzusetzen.

Theoretisch könnte diese Transformation von unterschiedlichen Gruppen von Beteiligten ausgehen, würde jedoch immer erfordern, dass sich eine riesige Menge von Menschen einig werden und konsistent verhalten.

Auch wenn ein solcher Zustand grundsätzlich vorstellbar und eigentlich unausweichlich ist, weiß aktuell niemand, wie er herbeizuführen wäre. Dieser Zustand ist soweit weg und so ungreifbar, dass es extrem lang dauern wird, bis auch nur annähernd etwas in diese Richtung erreicht sein wird, wenn man darauf wartet, dass es sich von alleine aus mindestens einer der Gruppen ergibt. Zu sehr wirken Beharrungskräfte und jeder einzelne hat Angst, seine eigene Position vorschnell und unnötig zu verschlechtern.

Was wir bei Full Flamingo JETZT machen …

Gerade wenn der Zielzustand weit weg ist und es unklar ist, ob, wann und wie er erreicht werden kann, dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken.

Unser Ansatz bei Full Flamingo ist es, den Weg in diese Richtung einzuschlagen und alle Beteiligten mitzunehmen und es ihnen extrem einfach zu machen, mitzumachen.

Wir etablieren ein digitales Ökosystem …

  • in dem alle Händler mit allen ihren Produkten mitmachen können und extrem einfach beitreten können.
  • In dem alle Konsument:innen ganz einfach bei jedem Einkauf mitmachen können und einen überschaubaren zusätzlichen Nachhaltigkeitsbeitrag leisten. Ohne Zwang, mit freier Entscheidung bei jedem Einkauf und sogar selbst bestimmbaren Beitrag.
  • das natürlich nicht zeitlich begrenzt ist, sondern es soll ein dauerhaftes Angebot an alle sein, dem Ziel eines nachhaltigeren Konsums näherzukommen.
  • das zahlreiche Aktionsträger als weitere Partner integriert, die die Nachhaltigkeitsbeiträge effektiv einsetzen, sodass Menschen immer einfacher nachhaltiger leben können und es noch mal eine verstärkende Rückkopplung gibt.

… und dabei viele Mitmacher brauchen

Full Flamingo erzwingt also nicht, dass sich alle auf etwas Neues einigen müssen, bevor irgendetwas in die richtige Richtung losgehen kann. Vielmehr erlauben wir es allen Beteiligten, selbst zu bestimmen, wann und wie sie mitmachen. So geht selbstbestimmte Nachhaltigkeit!

Und es kann JETZT losgehen und damit alle ohne Überforderung mitnehmen.

Damit kommen wir dem Zielbild schrittweise und hoffentlich schnellstmöglich näher:

  • Viele (und immer noch mehr) Händler / Shops
  • Viele (und immer noch mehr) Produkte
  • Dauerhafte Änderung ohne zeitliches Ende
  • Viele (und immer noch mehr) Konsument:innen, die oft und selbstbestimmt mitmachen

So erreichen wir es gemeinsam, dass die Menschen zufriedener sind und weniger ängstlich in die Zukunft schauen müssen, weil sie wissen, dass sie einen wertvollen Beitrag leisten und ihre Bereitschaft, etwas beizutragen nicht mehr aus Bequemlichkeit auf der Strecke bleibt.

Matthias, Marcus & Dominik

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